Das BUGA-Gelände im Detail

Die baulichen Vorbereitungen der Bundesgartenschau 2023 werden erst im Jahr 2020 beginnen. Die Erarbeitung konkreter Konzepte für die Bundesgartenschau und Ausstellungsplanungen beginnen 2018/19.

Das Kerngelände der Bundesgartenschau 2023, die Spinelli-Kaserne, ist ein historischer Ort. Die Fläche wurde vor 1937 von der deutschen Wehrmacht als Pionierkaserne errichtet. Sie trug den Namen Rheintal Pionier Kaserne, bevor sie nach dem zweiten Weltkrieg von den US-amerikanischen Streitkräften als Pionierkaserne übernommen wurde. Sie wurde 1948 nach dem jungen US-amerikanischen Soldaten Dominic Spinelli benannt, einem einfachen Gefreiten, der beim 398. US-Infanterie-Regiment Sanitätsdienste versah. Er wurde am 14. April 1945 im Landkreis Heilbronn tödlich von Kugeln getroffen, als er versuchte, verwundete Landsleute aus der Feuerlinie zu bergen. Später wurde die Kaserne von den US-Amerikanern hauptsächlich als Depot- und Lagereinrichtung für Waren und Nachschubgüter des täglichen Bedarfs der in Europa stationierten US-Truppen genutzt. Die Fläche wurde im Juli 2014 an die Bundesrepublik Deutschland übergeben. Seit Oktober 2015 ist hier eine Erstaufnahmeeinrichtung für ankommende Flüchtlinge untergebracht.

Die historischen Spuren bleiben in den Planungen ablesbar, wobei die flexible und robuste Ausgestaltung der Flächen im Vordergrund steht. Die ökologische Stärkung des Areals und das Verbinden von Biotopen haben dabei einen hohen Stellenwert. Das Miteinander und gleichzeitig der Kontrast zwischen Natur, Kultur und Gestaltung werden zum Thema für die Bundesgartenschau.

Hochgestade und Querung der Straße Am Aubuckel

Die Straße Am Aubuckel wird in ihrer derzeitigen Form beibehalten. Damit der rollende Verkehr die Wirkung des Grünzuges möglichst wenig stört, könnte das Gelände zur Straße ansteigen.

Dies hätte zum einen den Vorteil, dass die Straße vom BUGA-Gelände optisch ausgeblendet wird und zugleich eine natürliche Barriere gegen den Straßenlärm entstehen soll.

Mit einer Fußgängerbrücke, die sowohl Landmarke als auch Aussichtsplattform ist, kann die Straße überwunden werden. Die neue Aussichtsplattform am Rande der Au wird eine beindruckende Aussicht bis hin zum Odenwald und Pfälzer Wald bieten. 

Das Hochgestade wird in seiner naturräumlichen Ausprägung erhalten und gestärkt. Die geschlossene Grünstruktur wird mit Hilfe eines schlichten  Aussichtsbauwerks in Szene gesetzt, welches sich durch die  Baumkronen schiebt. Der natürliche Höhenunterschied wird mittels barrierefreier Rampen und Treppen überwunden, wodurch der ehemalige Spinellibereich und die Au miteinander verbunden werden.

Der Buga-Dreiklang

Die Planskizzen stellen dar, wie im Sinne des Dreiklangs eine Anknüpfung an die beiden vorausgegangen Mannheimer Gartenschauen entstehen kann. Der Mannheimer Wasserturm und der Fernmeldeturm im Luisenpark sind zwei signifikante Türme, die während der jeweiligen Schauen als Symbole des technischen Fortschritts galten. Daran anknüpfend wird überlegt, wie man für die BUGA 2023 einen innovativen Turm als Symbol und Landmarke einsetzen kann. Symbol der Verbindung und wichtiges Element des Verkehrskonzeptes während der BUGA könnte eine Seilbahn werden.

Parkschale 
In der Parkschale Nord bieten sich Bürgern, Anwohnern und Besuchern verschiedene Möglichkeiten zum Verweilen und Treffen, für Spiele sowie Sport. Die Parkschale wird über den Radschnellweg von der weiten Mitte klar getrennt und ist mit Bäumen leicht überstellt, wodurch sich ein schönes Licht- und Schattenspiel ergibt.

Mannheimer U
Die U-Halle prägt den Ort und dient der Adressbildung. Ihre statische Grundstruktur soll erhalten bleiben und als prägendes Element innerhalb des Grünzuges modular mit Sport, Freizeit und Kultur bespielt werden.

Feudenheimer Au

Im Landschaftsschutzgebiet Feudenheimer Au ist die Anlage eines naturnahen Auengewässers in der alten Neckarschleife am Rand des Hochgestades vorgesehen. Dieses Augewässer schafft neue Lebensräume für Amphibien, Libellen und Wasservögel dar. Dafür soll am Südrand ein Auenwäldchen einschließlich einer Flachwasserzone mit breitem Schilfgürtel entstehen.

Radschnellweg

Der Radschnellweg soll für Mobilität zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen Feudenheim, Käfertal und Vogelstang sorgen. Er wird parallel zur Fußgängerpromenade geführt, jedoch räumlich getrennt voneinander.

Klima

Die Klima-Gutachter von ÖKOPLANA bewerten den Entwurf für den Grünzug Nordost positiv. Auch unter Beibehaltung der Straße Am Aubuckel wird der Grünzug Nordost das Klima Mannheim besonders in den anliegenden Stadtteilen spürbar verbessern. Die Gutachter gehen von 11 Prozent mehr Kaltluft aus.

Weitere Informationen erhalten Sie im Klimagutachten.